Förderverein Kulturbezirk lud zu Bill Frisell

Bill Frisell, Grammygewinner, gilt als einer der bedeutendsten Gitarristen der Welt. Er hat seinen ureigensten Stil kreiert hat, der sich aus Blues, Folk, Rock, Country, Funk speist – vielfach wird seine Gitarre als „singend“ bezeichnet. The New Yorker etwa urteilte über den Variantenreichtum des Künstlers: „Bill Frisell spielt Gitarre wie dereinst Miles Davis die Trompete: In den Händen solch radikaler Denker, wird ihr Instrument zu unterschiedlichen Tieren.“

Im Festspielhaus spielte der US-Amerikaner zu Filmen von Bill Morrison und Buster Keaton.

Im Laufe seiner Karriere hat er nicht nur mit Größen wie Suzanne Vega, Elvis Costello, Ludon Wainwright III, Rickie Lee Jones, Bono, Brian Eno u.a. zusammengearbeitet, sondern auch Filmmusik für Wim Wenders (Million Dollar Hotel), Gus van Sant (Finding Forrester, Psycho) u. a. geschrieben oder wirkte etwa auch an T-Burnetts Soundtrack zu „Walk The Line“ mit.

Beim anschließenden Künstlerempfang des Fördervereins meinte Frisell im Gespräch mit dem künstlerischen Leiter des Festspielhauses, Joachim Schloemer, auf die Frage, ob er – wie es scheint – Komödien liebt und seine Musik stets eine gewisse Fröhlichkeit und Wärme vermittle: „Wer liebt nicht Komödien und Humor? Das verbindet die Menschen. Ich weiß nicht, ob meine Musik immer fröhlich ist. Das hängt wohl auch mit meiner Tagesverfassung zusammen und dem Rahmen, wo ich spiele. Wichtig ist, dass mir das Instrument die Möglichkeit gibt, die ganze Bandbreite meiner Emotionen auszudrücken. Und während ich, wenn ich komponiere, völlig in mich selbst versenkt bin, trete ich live mittels des Instruments sozusagen in Interaktion mit dem Publikum.“

Im Anschluss stellte sich Joachim Schloemer, der die erste Halbzeit seiner ersten Saison im Festspielhaus hinter sich gebracht hat, den Fragen von Johannes Reichl, der ihn – in Analogie zu den ersten 100 Tagen einer neu angetretenen Regierung – um ein erstes Resümee bat: „Ich bin noch nicht vollends angekommen. Das ist ein langer Prozess. Ich kann sicher noch nicht sagen, lehnen wir uns zurück, ich bin schon dort, wo ich hinwill. Mein Programm ist auf mehrere Jahre angelegt, vieles wird erst im Laufe der Zeit sichtbar werden, die Saisonen sind miteinader verknüpft. Mir ist wichtig, dass die Künstler sich in unserem Haus wohl fühlen, dass sie wiederkommen, den Ruf des Festspielhauses hinaustragen. Viele werden in anderen Produktionen in einem anderen Kontext wieder auftauchen. Das trägt zum Renommee des Hauses bei. Ich glaube auch, es ist ebenso wichtig, in Kommunikation mit dem Publikum zu treten, miteinander zu reden. Alles in allem ist es ein sehr spannender Prozess.“

Bei einem amerikanischen Buffet bei Burgern, Hot Dogs, Muffins & Donuts klang der Abend aus. (Fotogalerie)

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